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Gendersensible Verbandsarbeit

Das umfassende Ziel von der Gendersensiblen Verbandsarbeit ist es, die Mitglieder*innen in der ganzheitlichen Entwicklung ihrer Persönlichkeit zu unterstützen. Die Entwicklung einer authentischen Geschlechtsidentität – unter Achtung und Anerkennung des Selbstbestimmungsrechts von anderen Jungen*, von Mädchen*, Frauen* und Männern* – steht im Vordergrund. Die Erfahrungen der Funktionär*innen zeigen, dass die Komplexität des Themas „Geschlecht“ eine detaillierte Betrachtung benötigt, um die Mechanismen der Diskriminierung nachvollziehen zu können und somit in eine konstruktive Diskussion gehen zu können. So werde im fachspezifischem Diskurs die Begriffe „geschlechtsspezifisch“, „geschlechtsbezogen“ und geschlechtssensibel“ verwendet.

Geschlechtsspezifisch

In der allgemeinen Fachsprache meint dies die medizinische Zuordnung bei der Geburt von Jungen* und Mädchen* (CIS-Gender). Doch auch die moderne Schulmedizin erkennt die verschiedenen Ausprägungsmöglichkeiten der Geschlechter an.

Geschlechtsbezogen

Hier steht die Identität im Vordergrund. Der in der Fachliteratur am häufigsten verwendete Begriff beinhaltet die Sozialisation bzw. Geschlechterrolle und deren Umsetzung.

Geschlechtssensibel

Dies ist die Weiterführung der anderen Begriffe, unabhängig von den Geschlechterrollen. Ziel der geschlechtsspezifischen Pädagogik ist ein geschlechterbewusster Umgang in Fragen der Erziehung, Bildung und Sozialpädagogik auf der Grundlage der Genderforschung. Diese Ziele beziehen auf die besondere Situation der Verbände und Vereine. Die Ziele von der Gendersensiblen Verbandsarbeit sind nie endgültig festlegbar, ihre Aufzählung stets unvollständig und schwerlich zu kategorisieren. Dies liegt in der Gendersensiblen Verbandsarbeit selbst begründet, die beständig aufzuarbeiten und fortzuentwickeln ist.

Stärkung der Geschlechterrolle

Die Gendersensible Verbandsarbeit setzt sich kritisch mit traditionellen Rollenfestlegungen auseinander, mit dem Ziel ungleiche gesellschaftliche Machtverteilungen aufzuzeigen und gemeinsam mit den Beteiligten Personen zu reflektieren. Gendersensible Verbandsarbeit thematisiert die Beziehungen der Mitglieder*innen untereinander, insbesondere unter Aspekten wie Konkurrenzverhalten, Hierarchisierung, Freundschaft, solidarisches Verhalten u. ä.

Stärkung der Selbstwahrnehmung

Gendersensible Verbandsarbeit bietet Erlebnisräume, damit sich die Mitglieder*innen in ihren Fähigkeiten, aber vor allem auch in ihren Begrenzungen wahrnehmen und somit Aspekten wie Mitgefühl, Respekt, Körperlichkeit, Mut, Kraft und Aggression, Schwäche etc. auseinandersetzen. Gendersensible Verbandsarbeit nimmt die Mitglieder*innen in ihrer jeweiligen Lebenslage an und unterstützt sie unter Berücksichtigung ihrer individuellen Fähigkeiten in der Entwicklung ihres Selbstwertes.

Stärkung der Persönlichkeit

Gendersensible Verbandsarbeit fördert die vielfältigen Fähigkeiten von Mitglieder*innen zur Bewältigung ihres alltäglichen Lebens. Ziel ist, Handlungskompetenzen zu vermitteln, die es ihnen erleichtern, für ihr körperliches, seelisches und soziales Wohlbefinden selbst Sorge zu tragen. Damit leistet die Gendersensible Verbandsarbeit einen Beitrag zur Prävention von sexualisierter Gewalt, Unterdrückung und Diskriminierung zwischen Menschen, zur Gesundheitsförderung und zur Chancengerechtigkeit der Geschlechter. Gendersensible Verbandsarbeit bietet vielfältige Erfahrungsräume und Chancen zum Erwerb und zur Erweiterung von kommunikativen, emotionalen und sozialen Kompetenzen. Hierzu gehört z.B. eine Erweiterung der Kritik- und Konfliktfähigkeit.